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Tagungsbericht 11. Nationales Treffen Netzwerke Diabetischer Fuß

 Quelle (Annette Switala, Zeitschrift Orthopädieschuhtechnik 11/2015)

 

Bericht Ärztezeitung "Diabetischer Fuß: Zweitmeinung verhindert oft Amputationen"
 

Gesundheitspreis Nordrhein Westfalen

für das Projekt "Netzwerk Diabetischer Fuß Nordrhein"

 

Die Gesundheitsministerin in NRW, Frau Barbara Steffens vergibt den Gesundheitspreis NRW 2012 an die Netzwerke Diabetischer Fuß Nordrhein „aufgrund des besonders innovativen Charakters für die Weiterentwicklung des nordrhein-westfälischen Gesundheitswesens“. 
 
Die Netzwerke Diabetischer Fuß sind eine Initiative von Ärzten in Praxen und Kliniken. Hier arbeiten alle Berufsgruppen rund um Menschen mit dem komplexen Krankheitsbild Diabetischer Fuß zusammen. Viele Krankenkassen haben diese Entwicklung unterstützt. In Nordrhein sind es 5 Netzwerke, die seit 2003 ca. 10.000 Menschen behandelt haben. Die Notwendigkeit von Beinamputationen konnte um drei Viertel gesenkt werden. Die Betroffenen wurden seltener arbeitsunfähig und pflegebedürftig. Sie mussten seltener stationär aufgenommen werden und starben weniger häufig.
 
Die Netzwerke haben nicht nur Patienten behandelt sondern informieren mit der Aufmerksamkeitskampagne „Amputation verhindern“ www.amputation-verhindern.de auch Menschen mit Diabetes und deren Angehörige im Voraus. So wurde die Notfall-Telefon-Nr. 01803 123 406 eingerichtet, um Angehörige eines Menschen mit Diabetes der amputiert werden soll zu informieren und ggf. helfend zu unterstützen. 
 
Ein anderer neuer Weg ist, dass in Köln und Umgebung mit vielen Krankenhäusern Kooperations-vereinbarungen geschlossen wurden, die zur Folge haben, dass seitens der Krankenhäuser vor einer Amputation die Zweitmeinung von einem der Spezialisten eingeholt wird.
 
Das Diabetische Fußsyndrom (DFS) trifft 15% der Menschen mit Diabetes im Laufe ihres Lebens (Reiber, Lipsky et al. 1998) und bleibt lebenslang bestehen. Es fordert von den Betroffenen und der Gesellschaft einen hohen Tribut, da es zu Beeinträchtigung der Mobilität, langen Krankheitsverläufen, Verlust der Arbeit, Amputationen, Verlust der Selbständigkeit sowie zu Todesfällen führt. Mit rund 2.5 Milliarden Euro/Jahr in Deutschland (Hauner 2006) wird ein Großteil der Ausgaben für Diabetes durch das DFS verursacht. An Diabetes leidet ein stark zunehmender Teil der deutschen Bevölkerung, derzeit über 7.000.000 Menschen (DiabetesDE 2011). Weltweit hat sich die Zahl der Menschen mit Diabetes in den letzten zwei Jahrzehnten verachtfacht (IDF 2006), so dass oft von einer Diabetesepidemie gesprochen wird. Die Folge ist, dass mit einer starken Zunahme der Fälle mit DFS gerechnet werden muss. 
 
Köln, im September 2012
 
Belege aus der Literatur:
DiabetesDE (2011). "Zahlen und Fakten zur Volkskrankheit Diabetes (Zuckerkrankheit)." http://www.diabetesde.org/fileadmin/users/Patientenseite/PDFs_und_Texte/Infomaterial/Factsheet_Diabetes_Nov_2011_ansicht.pdf.
Hauner, H. (2006). "[The costs of diabetes mellitus and its complications in Germany.]." Dtsch Med Wochenschr 131 Suppl 8: S240-242.
IDF (2006). "Global Burden of Diabetes." www.idf.org.
Reiber, G. E., B. A. Lipsky, et al. (1998). "The burden of diabetic foot ulcers." Am J Surg 176(2A Suppl): 

 

Klicken Sie bitte hier und lesen Sie die Pressemitteilung vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen.

 

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